Wie ist das Buch entstanden?
- Andrea Selene Ilk
- 15. Apr.
- 2 Min. Lesezeit

Wir leben in einer Zeit, in der wir gelernt haben, an uns zu arbeiten. Besser zu werden. Schneller. Klarer. Erfolgreicher. Und wenn etwas nicht funktioniert, arbeiten wir eben noch mehr an uns. Mehr Bücher, mehr Methoden, mehr Wissen. Und trotzdem bleibt oft ein leises Gefühl: Da stimmt etwas nicht. Nicht, weil wir zu wenig tun – sondern vielleicht, weil wir in die falsche Richtung suchen.
Ich habe viele Jahre meines Lebens genau dort verbracht. Im Tun, im Funktionieren, im Optimieren. Nach außen erfolgreich, nach innen oft getrieben. Bis mein System irgendwann gesagt hat: So nicht mehr. Nicht als leiser Hinweis, sondern als klare Grenze. Angst, die sich nicht mehr kontrollieren ließ. Gedanken, die sich verselbstständigten. Ein Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Und genau dort begann etwas, das ich heute nicht mehr als Krise bezeichnen würde, sondern als Wendepunkt.
Ich begann, mich nicht mehr zu fragen, wie ich besser werden kann, sondern was eigentlich in mir passiert. Ich wollte verstehen – nicht nur oberflächlich, sondern wirklich. Warum denken wir, wie wir denken? Warum fühlen wir, wie wir fühlen? Und warum wiederholen sich bestimmte Muster, obwohl wir es eigentlich besser wissen?
Aus dieser Suche heraus ist ein Modell entstanden. Nicht am Reißbrett, sondern aus Erfahrung, Beobachtung und vielen Gesprächen mit Menschen. Ich nenne es eldo. Ein einfacher Kreis, der zeigt, wo wir gerade stehen – und warum wir genau so denken, fühlen und handeln, wie wir es tun. Vom Jammer- und Opferring, in dem wir uns oft ohnmächtig fühlen, über den Denkring, in dem wir beginnen zu verstehen, bis hin zum Ring der Liebe, in dem sich etwas in uns weitet. Und dann gibt es noch etwas, das sich schwer beschreiben lässt. Kein Ziel im klassischen Sinn. Eher ein Erkennen. Ein Moment, in dem das ständige „Ich muss noch…“ still wird.
Dieses Buch ist kein weiterer Ratgeber, der dir sagt, was du tun sollst. Es ist eher ein Spiegel. Manchmal ein ehrlicher, manchmal ein unbequemer und manchmal ein überraschend liebevoller. Es wird dir nicht sagen, wer du sein sollst. Aber es kann dir helfen zu erkennen, warum du glaubst, jemand sein zu müssen.
Vielleicht findest du dich in manchen Zeilen wieder. Vielleicht auch nicht. Vielleicht legst du das Buch zwischendurch zur Seite oder liest eine Passage mehrmals. Alles ist in Ordnung. Denn dieses Buch hat kein Ziel, das du erreichen musst. Es ist eine Einladung, dich selbst ein Stück klarer zu sehen. Und vielleicht – ganz vielleicht – hörst du irgendwann auf, dich ständig zu optimieren und beginnst, dir selbst zu begegnen.



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